Gymnasiale Oberstufe des Schulzentrums Carl von Ossietzky, Bremerhaven

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Psychiatriebesuch der Kurse 3PSY9 und 3PAE9

Geschrieben am 6. Januar 2018 von Ingo Beck

Projekttag Antistigma im Klinikum Bremen-Ost
Wir haben am Projekttag Antistigma unter dem Motto „Es ist normal, verschieden zu sein“ im Krankenhaus Bremen-Ost teilgenommen und ein Einblick in die Psychiatrie und die Arbeit dort bekommen. Der Historiker Jannik Sachweh hat uns durch das Programm geleitet, welches aus drei Teilen besteht. Als erstes haben wir uns  mit der Frage auseinander gesetzt, was aus unserer Sicht einen „seelisch kranken“ und „seelisch gesunden“ Menschen unterscheidet. Danach haben  wir das Krankenhaus-Museum besichtigt. Wir haben mehr über die Geschichte des Krankenhauses erfahren, in dem die Zeit des Nationalsozialismus eine Rolle gespielt hat. Zudem haben wir einiges über die für uns heute nicht mehr nachvollziehbaren Behandlungsmethoden erfahren.
Nach dem Museumsbesuch gingen wir in das Haus 5, wo sich 3 Stationen befinden. Die erste davon ist die sogenannte geschlossene Station. Dort haben wir mit einer Krankenpflegerin gesprochen, die uns über die Pflege der Patienten, besonders auf der geschlossenen Station aufklärte und uns die jeweiligen Stationen zeigte. Es war ziemlich verwunderlich, dass diese Stationen mehr an einem normalen Krankenhaus erinnert, als an den Psychiatrien, wie sie in Filmen dargestellt werden. Die meisten Patienten auf den anderen zwei Stationen sind aufgrund einer Zwangsstörung oder einer Depression dort, die mit Therapien oder auch mit Medikamenten falls nötig behandelt werden. Auf der geschlossen Station befinden sich diejenigen, die für sich selbst oder anderen Menschen eine Gefahr darstellen. Wenn sich dies ändert, werden sie auch auf die anderen Stationen umgelegt. Sie werden dort auch nicht nur eingesperrt, sondern haben auch die Möglichkeit mit Genehmigung und ggf. unter Aufsicht hinaus in den Garten zu gehen. Die Krankenpflegerin hat uns auch erzählt, dass es für die Mitarbeiter einen Psychologen gibt, damit sie über Erlebnisse sprechen können, die sie beschäftigen. Als Pfleger dort benötigt man eine gewisse psychische Belastbarkeit. Des Weiteren ist sie ebenfalls dafür zuständig, dass die Patienten nach ihrer Behandlung im Krankenhaus, gerade nach längeren Aufenthalten, wieder eine Wohnung haben und Jobs finden können. Es war ein sehr informatives Gespräch. Wir wollten dann auch die geschlossene Station besichtigen, dort hat es jedoch gerade eine schwierige Situation gegeben, weshalb uns dies leider nicht mehr möglich war.
Danach hatten wir noch ein sehr interessantes Gespräch mit einer Frau, die selbst viele Erfahrungen mit psychiatrischen Kliniken gemacht hat und dem Psychologen und akademischen Leiter der Forensik (Bereich für psychisch kranke Straftäter) Niel Maskow. Hier konnten wir all unsere Fragen stellen. Wir haben etwas über den Auslöser und den Verlauf von einer Psychose erfahren bis hin zum Weg der nun kommenden Besserung. Sie erklärte uns, wie es ist eine Stimme zu hören, die eigentlich nicht da ist und auch wie ihr Umfeld mit ihrer Erkrankung umgeht. Mit den Worten „jeder Tag ist ein Kampf, den man eigenständig aufnehmen muss“, hat sie uns ihren Alltag beschrieben.  Zudem haben wir von dem Psychologen Niel Maskow erfahren, wie die Behandlung von psychisch kranken Straftätern verläuft.
Wir haben durch dieses Projekt viele Eindrücke von der Psychiatrie gewinnen können und konnten gleichzeitig auch Fragen stellen, die mit Erfahrungen verdeutlicht beantwortet wurden. Zudem konnten wir auch schwierige Fragen stellen, bei von anderen Menschen vielleicht als zu persönlich angesehen wird. Besonders interessant und spannend war das Gespräch am Ende mit der Frau und dem Psychologen. Aus dem Tag nehmen wir mit, dass es für psychisch kranke Menschen nicht leicht ist, da es auch nicht immer eine Heilung geben kann. Die psychischen Krankeheiten reißen diese Menschen aus ihrem Leben und meist bricht auch der Kontakt zur Familie und zu Freunden ab. Auch durch die Erfahrungen der Frau haben wir ein Verständnis über das Leben eines psychisch kranken Menschen bekommen. Anstatt diese Menschen nur auf ihrer Krankheiten zu reduzieren, sollte man sich mit ihnen auseinandersetzen und versuchen sie zu verstehen, da ihr Alltag meist viel schwieriger ist als unserer.

Artikel von Sabrina Maasberg

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