Vor rund einer Woche – vom Samstag den 27.05 bis zum Dienstag den 30.05 – durfte ich am Planspiel „Jugend und Parlament“ teilnehmen, das jedes Jahr vom Deutschen Bundestag veranstaltet wird. Hier konnten 315 Teilnehmer*innen und ich die Arbeitsabläufe des Bundestages und den Alltag der Parlamentarier*innen kennen- und verstehen lernen.
Vor knapp einem Monat bin ich über den Bundestagsabgeordneten Uwe Beckmeyer auf Jugend und Parlament aufmerksam geworden. Ich war fasziniert davon, die Arbeit eines MdB nicht nur von außen zu beobachten, sondern selbst in die Rolle eines fiktiven Abgeordneten rutschen zu könne und selber parlamentarische Arbeit zu verrichten. Also habe ich ein kurzes Bewerbungsschreiben geschrieben und zusammen mit meiner Anmeldung abgeschickt.
Ein paar Wochen danach habe ich die Bestätigung erhalten und ich musste mir einen Namen für meinen Charakter ausdenken. Während des Planspiels sind wir nämlich nicht als wir selbst, sondern als Rollen aufgetreten in die wir uns hineinversetzen mussten. Für viele der Teilnehmer*innen – mich selbst eingeschlossen – war das eine besondere Herausforderung. Im Nachhinein war gerade die Möglichkeit, einmal aus einer anderen Perspektive zu argumentieren sehr wertvoll. Darüber hinaus ging es bei dem Planspiel nicht darum politische Ideale durchzusetzen, sondern die Abläufe im Allgemeinen kennenzulernen. Und genau das konnte Jugend und Parlament ohne weiteres.
In den ersten Tag sind wir mit einer Eröffnungsrede im Plenarsaal – allein das wir diesen nutzen durften ist ein großes Privileg – und einer anschließenden Führung durch den Reichstag gestartet. Anschließend wurden wir unseren ebenfalls fiktiven Fraktionen und Landesgruppen zugeordnet. Zu diesem Punkt habe ich bereits einige coole Menschen kennenlernen und mir einen Überblick darüber verschaffen können, welche Mandate und Gesetzesvorschläge wir in den nächsten Tagen bearbeiten werden. Mein Charakter Lucas Kling war Mitglied im Ausschuss für „Angelegenheiten der Europäischen Union“, der sich mit einem fiktionalen ersuchen für ein Bundeswehrmandat beschäftigte.
Innerhalb der vier Tage haben wir Fraktionssitzungen und Sitzungen im großen Plenarsaal abgehalten, haben in den Ausschüssen mit den anderen Parteien um unsere Positionen gestritten und schlussendlich in der zweiten und dritten Antragsberatung über die Gesetze abgestimmt. Abgesehen von der parlamentarischen Arbeit konnten wir den Bundestag und die Regierungsgebäude frei erkunden. Ich war besonders beindruckt von der offenen Architektur und den Tunneln, die die meisten Gebäude miteinander verbinden. Den Abend haben die meisten von uns bei einer Späti-Tour ausklingen lassen, was in Berlin natürlich ein Muss war.
Im Allgemeinen konnte ich extrem viele Erkenntnisse aus dieser Zeit ziehen. Ich habe viele Super coole Menschen kennengelernt und hatte viel Spaß. Trotzdem waren die Tage auch arbeitsintensiv und anstrengend, was die Erfahrung nur um so authentischer gemacht hat. Ich bin dankbar für die Zeit und kann jedem*jeder nur empfehlen selbst einmal an einem solchen Planspiel teilzunehmen.
von Florian Pauleck
