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Deutsch - Autorenbesuch

Schlagzeuger - Menschen ohne Sinn? Gehören nirgends hin?
So heißt es zumindest in dem Lied der Ärzte, mit dem Titel „Goldenes Handwerk“, das Dirk Böhling zu Beginn der von Martin Kemner gehaltenen Lesung am 11.09.2009 um 20:00 Uhr in der „Theo“ zitierte. Olaf Satzer gehört nirgends hin? Man könnte diesen Eindruck gewinnen, blickt man auf seinen Weg als Autor diverser Schlagzeugbücher bis hin zu seinem ersten literarischen Werk „Lenin und die Hühner“. Ein Grenzgänger, dem es mit seinem Roman gelungen ist Russland von seiner liebenswerten Seite zu präsentieren.
Der teilweise autobiographisch Roman handelt von dem Musiker Robert und dessen Liebe zu der Rottweilerdame Lady. Diese Liebe treibt ihn bis ins russische Hinterland in die Nähe von Perm, wo er für einige Tage bei Pavel lebt, der selbst über sein Land sagt, dass man es entweder lieben oder hassen müsse. Robert entdeckt dort seine Liebe zu diesem Land als auch die russische Seite seiner Seele.
Russland, ein Land, das man liebt oder hasst, ebenso wie man diesen Roman entweder lieben oder hassen wird. Ein „ganz Okay“ wird es wohl kaum geben. Entweder lässt man sich in eine Welt voller Melancholie, Einfachheit und menschlicher Wärme mitreißen oder man bleibt erstarrt, regungslos und unberührt zurück.
Das Buch lädt ebenso zum Wohlfühlen ein wie am Freitagabend die Aula der „Theo“. Eine Bühne mit einer riesigen Leinwand, die im Großformat das Titelbild des Romans zeigte. Es war eine gemütliche Atmosphäre, in der Martin Kemmer einige der Kapitel las. Durch die geschickte Auswahl der Kapitel wurde es den Zuhörern nicht langweilig. Das Kapitel „Angst“, in dem zwei Männer bei Pavels Nachbarin Raissa einbrechen, sie bedrohen und ihr Geld stehlen wollen, trugen hierzu maßgeblich bei. Fraglich ist jedoch, warum ein Kapitel wie „Suchaktionen“, in dem die Rottweilerdame Lady verschwindet und später im Keller des Nachbarn gefunden wird, nicht gelesen wird. Schließlich ist sie im Gegensatz zu Raissa eine der Hauptfiguren des Buches.
Olaf Satzer der am Do., 24.09.2009 zur Nachbesprechung in unseren Deutschunterricht kam. Begründete dies auf Nachfrage damit, dass dieses Kapitel dem Rotstift zum Opfer gefallen sei. Mann müsse sich eben entscheiden.
Ein klares Muss in der Reihe der gelesenen Kapitel war „Lenin und die Hühner“, denn dies Kapitel gab dem Werk schließlich seinen Namen.
Was passt besser zu einer Geschichte rund um Musiker als Musik? Es war wirklich besonders, das jedes Kapitel durch das wunderschöne Zusammenspiel von Matthias Strass (Gitarre) und Anna Koleba (Cello) unterstrichen wurde. Die Musik zieht immer tiefer in die Geschichte hinein. Sie spiegelt die Melancholie, die Traurigkeit, aber auch das Glück und die Zufriedenheit aus Satzers Buch wieder.
Olaf Satzer hat es in seinem Buch geschafft, mit einfachen Worten auch die schönen Seiten Russlands zu beschreiben. Die Schönheit eines angsteinflößenden Landes, dessen Menschen ebenso besonders wie einzigartig sind.
Julia von Soosten

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