Sie befinden sich hier: Projekte
Jugend forscht
Liebe Schülerinnen und Schüler,
in den letzten Jahren haben mehrere Schülerinnen und Schüler unserer Gymnasialen Oberstufe am Wettbewerb "Jugend forscht" teilgenommen und zum Teil sehr gute Ergebnisse erzielt.
"Jugend forscht" ist eine Einrichtung, die Schülerinnen und Schüler ermuntert, neugierig und kreativ zu sein, zu forschen und zu experimentieren. Dabei gilt: Alle Forscherinnen und Forscher, auch so bekannte wie Stephen Hawking, haben einmal klein angefangen. Schülerinnen und Schüler, die sich an "Jugend forscht" beteiligen möchten, müssen also weder die Entstehung des Universums erforschen noch ein zweiter Einstein sein.
Wichtig ist zunächst eine interessante Fragestellung. Dann steht der Unternehmung "Jugend forscht" nichts mehr im Wege. Am Wettbewerb "Jugend forscht" können junge Menschen bis zum Alter von 21 Jahren teilnehmen. Das Thema ihres Projekts dürfen sie frei wählen. Es muss jedoch in eines der sieben Fachgebiete passen: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik sowie Technik. Zum Wettbewerb zugelassen sind sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen mit maximal drei Teilnehmern. Wer also Lust hat, Forscher bzw. Forscherin von morgen zu werden, der kann sich jederzeit bei mir melden. Ich freue mich, den interessierten Schülerinnen und Schüler meine Erfahrungen und Kontakte aus Wissenschaft und Forschung zur Verfügung stellen.
Ich unterstütze und berate Sie gern dabei, ein eigenes Forschungsprojekt zu entwickeln und umzusetzen. Wenden Sie sich gern an mich!
Viele Gute Ideen und viel Spaß bei einer möglichen Teilnahme an "Jugend forscht" wünscht Ihr Betreuungslehrer Dr. Rolf Oeschger
Im Folgenden berichten zwei Schüler über ihre Erfahrungen aus dem zweiwöchigen Praktikum am Zentrum für Humangenetik der Universität Bremen. Ein solches Praktikum kann für interessierte Schüler ein guter Einstieg in eine mögliche "Jugend forscht"-Arbeit für das Fachgebiet Biologie sein.
Patrick Frantzen Profil 6 (Biologie), 12. Jhg.
Das Praktikum dauerte vom 19.3 bis zum 30.3.2007. Mein Betreuer war Volkhard Rippe. Das Labor war in zwei Bereiche geteilt: Die Zellkultur und die Tumorforschung. Am ersten Tag konnte ich mich in einem Buch über die DNA noch mal informieren. In dem darauf folgenden Nachmittag und auch in den nächsten Tagen machte ich verschiedene Experimente mit DNA, lernte das pipettieren, isolierte meine eigene DNA aus meiner Spucke, färbte diese dann und habe sie nun in Harz eingegossen. Auch zeigte man mir das Verfahren der Gelelektrophorese, wie man die gewünschte DNA dort hineinpipettierte und das Ergebnis auswertete. Viele der Versuche die ich selber machen durfte waren extra für Schulklassen vorbereitet, aber ich konnte einen guten Eindruck in diesen Beruf gewinnen. Am Freitag der ersten Woche nahm man mir Blut ab, damit ich meine eigenen Chromosomen später präparieren konnte.
Am Montag präparierte ich mein Blut soweit wie es ging. Ich musste es ein paar mal zentrifugieren, sodass sich die DNA am Boden ablagerte und dann saugte ich eine gewisse Menge des restlichen Blut ab, füllte es mit einer anderen Flüssigkeit auf und so ging das dann eine Weile bis mein vorher weinrotes Blut relativ durchsichtig geworden war. Am Montag konnte ich dann gleich mit den Chromosomen weiterarbeiten. In der Wartezeit gab man mir schon fertige Bilder von Chromosomen die aber noch nicht sortiert waren und diese musste ich dann als Paare sortieren. Zur Hilfe hatte ich nur ein schon gemachtes Karyogramm mit einigen Hinweisen zu den schwarz gefärbten Banden und ab und zu ein paar Kollegen die mal in den Pausenraum kamen um sich einen Kaffee zu holen.
Meine Betreuerin benutzte ein sehr fortschrittliches Mikroskop um die Chromosomen gleich zu fotografieren und sie dann einigermaßen am Computer zu sortieren. Und damit war mein zweiwöchiges Praktikum auch schon vorbei. Es war eine interessante Zeit.
Mona Kloss, Profil 6 (Biologie), 12. Jhg.
Letztes Jahr habe ich in den ersten zwei Wochen der Sommerferien ein Praktikum im Zentrum für Humangenetik der Universität Bremen gemacht.
Während der Zeit dort haben mich hauptsächlich die Auszubildenden betreut, weswegen ich meistens in den Schülerlaboren zugeschaut und mitgearbeitet habe. Aber auch in den Bereichen von Tumorforschung und Zellkulturen konnte ich zusehen und auch ab und zu selbst, unter Anleitung, zum Beispiel mit Zellkulturen gearbeitet.
Im ZHG gibt es auch eine Abteilung für Fruchtwasseruntersuchung. Dort kann festgestellt werden, ob ein ungeborenes Kind eventuell einen Gendefekt hat. Da die Mitarbeiter dort unter strenger Schweigepflicht stehen, habe ich als Schülerpraktikantin keine Einblicke in diesen Bereich erhalten.
Am meisten Spaß gemacht hat es, als ich Untersuchungen an meinem eigenen Blut durchführen konnte, das mir zu Beginn des Praktikums abgenommen wurde. Das Blut wurde in einem Reagenzglas aufbewahrt und jeden Tag ein bisschen von dem Serum abgesaugt, das sich von den Blutkörperchen getrennt hatte, bis irgendwann kaum noch welches vorhanden war. Schließlich wurde das restliche Blut auf Objektträger getropft, fixiert und unter ein Mikroskop gelegt, das die Bilder direkt auf einen PC übertragen hat. Dort konnte man dann die aufgeplatzten Zellkerne sehen und die einzelnen Chromosomen. Ein spezielles Programm hat die Chromosomen dann in ein Karyogramm eingeordnet, das ich dann mit nach Hause genommen habe. Ein Karyogramm ist die geordnete Darstellung der Chromosomen einer Zelle. Die Chromosomen werden dabei nach ihrem Aussehen und jeweils paarweise sortiert.
Auch die DNA-Isolierung aus der Mundschleimhaut war interessant. Dazu musste ich in ein kleines Röhrchen spucken. Das ist gar nicht so einfach, wenn man mal versucht auf Kommando zwei Milliliter zu spucken, dann ist nämlich auf einmal keine da. Die Spucke hat sich dann mit einer bereits im Röhrchen vorhandenen Flüssigkeit gemischt und wurde später noch mit Spiritus aufgegossen, der aus dem Eisfach kam. Dann hat man an der Oberfläche einen kleinen weißen Klumpen gesehen den man mit einem Zahnstocher herausgefischt und blau angefärbt hat. Danach wurde der DNA-Klumpen in Kunstharz gegossen und man konnte ihn als Anhänger benutzen. An dem Praktikum hat mir besonders gefallen, dass ich als Praktikantin viel selbst machen durfte, wenn auch meist unter Anleitung. Das war nicht so einschläfernd wie manch anderes Praktikum, bei dem man hinter den Leuten herrennt und nur zuschauen darf. Zudem waren die Mitarbeiter alle sehr nett und haben mir bei Fragen immer zur Seite gestanden.
