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Vortrag zu Terrorismus

Am 16. April hielt der Leiter des deutschen Orient-Instituts, Professor Dr. Udo Steinbach, vor den Schülern der Oberstufe des Schulzentrums Carl von Ossietzky einen Vortrag zum Thema: „Irak und Terrorismus, worauf müssen wir uns in Europa noch einstellen?”. Die Norsee-Zeitung schrieb am folgenden Tag:

„Ein Krieg ohne echte Begründung”

Professor Steinbach berichtet über Irak und Terrorismus

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hat der Westen „alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte”. So urteilt Professor Dr. Udo Steinbach, Direktor des Deutschen Orient-Instituts, der gestern einen Vortrag im Schulzentrum Carl von Ossietzky hielt. Als Hauptfehler machte er die unausgesprochene Gleichsetzung von Terrorismus und Islam aus.
„Die USA haben mit dem Krieg im Irak den Kampf gegen den Terrorismus ins Herz der islamischen Welt getragen”, formulierte der Nahost-Experte. Weil es aber keine echte Begründung für diesen Krieg gab („Saddam war zwar ein übler Diktator, aber er hatte mit Terrorismus nichts zu tun, und Massenvernichtungswaffen gab es auch nicht”), reagierten die Menschen in Arabien und Pakistan, in Nordafrika und Malaysia mit Unverständnis. Was steckt denn dann dahinter, fragten sie sich und viele fänden als Antwort: Es ist kein Krieg gegen den Terrorismus, sondern ein Krieg gegen den Islam. Dieser Verdacht, so Steinbach, sei Wasser auf die Mühlen der Terroristen, die ohnehin ein gebrochenes Verhältnis zum Westen und zu den USA hätten. Sie bekämen neuen Zulauf, die Gewaltbereitschaft in der gesamten islamischen Welt nehme zu. Der Experte: „Die Gewalttätigkeit wurzelt sehr tief, sie hat viel mit Emotionen zu tun.” Das wiederum liege auch an der veränderten Medienlandschaft: „Vor zehn Jahren hatte der Westen ein Informationsmonopol, die Welt sah den Golfkrieg durch die Kameras von CNN.” Nun aber gebe es Sender wie Al Dschasira, die auch Bilder von toten Irakern und blutenden Kindern zeigten.

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