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Artikel in der NZ
Die Nordseezeitung schrieb am 22. April 2004 über die Auftaktveranstaltung:
Engagierte Paten begleiten Schulprojekt
Gymnasiale Oberstufe des Schulzentrums Carl von Ossietzky ist „Schule ohne Rassismus”
Geestemünde (jo). Als der dunkelhäutige Profibasketballer Eric Taylor im Schulzentrum Carl von Ossietzky (CvO) ans Mikrofon trat, wurden 300 Schüler ganz still. Die Gymnasiale Oberstufe darf sich seit gestern „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” nennen. Taylor ist einer der Paten für das Projekt, Weltoffenheit ein Prinzip des Sports.
Der Spieler des Zweitligisten Eisbären Bremerhaven ist schon in vielen Ländern seinem Beruf nachgegangen. „Sport ist ein großer Weg, Dinge gemeinsam zu machen. Und damit tun wir etwas gegen Rassismus”, sagte er auf Englisch. Das Projekt „Schule ohne Rassismus” wird von Schülern getragen. Schulleiter Jürgen Rudloff beschränkte sich auf die Begrüßung. Janne Janzik, Claude Kubillus und Fadia Hamaoui von der Schülervertretung übernahmen die Moderation. „Für uns ist das hier der Auftakt zu echter Arbeit. Wir wollen andere Schulen motivieren.” Kostproben gab's schon gestern Morgen: Der Kurs Darstellendes Spiel zeigte Szenen aus dem „Andorra-Projekt” nach Max Frisch. Thema: Anderssein. Rena Cimen und Eva-Maria Röske lasen Texte des Namensgebers Carl von Ossietzky. CvO ist die erste Schule in Bremerhaven mit diesem Prädikat. Im gesamten Bundesgebiet haben bisher 190 die Anforderungen des internationalen Projekts erfüllt (www.aktioncourage.org). So müssen sich mindestens 70 Prozent der Schüler und Lehrer schriftlich verpflichten, gegen Rassismus und Gewalt einzutreten. Jede Schule muss sich zur Unterstützung Paten suchen. Die Basketballer der Eisbären waren gestern mit Eric Taylor, Ex-Nationalspieler Ingo Freyer und Manager Jan Rathjen vertreten. Auch Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum (parteilos) und Oberbürgermeister Jörg Schulz nahmen die Patenschaft an und nicht auf die leichte Schulter. „Am Ende des Projekts werden Sie sich selbst verändert haben und andere verändern. Damit geben Sie uns einen Wert”, sagte Nußbaum, der vor seinem Gang in die Politik als Unternehmer in der ganzen Welt unterwegs war. Schulz betonte die Tradition Bremerhavens als Hafenstadt. „Früher war es selbstverständlich, mit anderen Menschen umzugehen. Heute muss dieses hohe Gut erarbeitet werden.” Die Eishockey-Profis des REV um Geschäftsführer Hans-Werner Busch beschränkten sich auf ihre bloße Anwesenheit. Marieluise Beck, Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, versprach in einem Brief, das Projekt zu unterstützen. Das tat auch Heino Ferch. Dreharbeiten hielten den gebürtigen Bremerhavener davon ab, zur Auftaktveranstaltung in die Heimatstadt zu kommen.
